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Grundsätze der Osteopathie

Ganzheitlichkeit

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der nicht nur ein einzelnes Symptom im Vordergrund steht, sondern der Patient als Ganzes wahrgenommen wird. Eine osteopathische Untersuchung umfasst daher immer das Abtasten des gesamten Körpers mit all seinen dazugehörigen Strukturen wie Knochen, Gelenken und Muskeln – beim Hund, der nur eine relativ dünne Bauchdecke hat, können zudem auch die inneren Organe durch die Bauchwand hindurch untersucht werden. Die Behandlung setzt dann nicht nur an einer Stelle, sondern überall dort an, wo Fehlspannungen und Bewegungseinschränkungen vorhanden sind.
So kann ein Hund beispielsweise aufgrund von Rückenschmerzen vorgestellt werden, welche sich aber als Folge einer alten Knieverletzung durch eine Schon- und Vermeidungshaltung entwickelt haben. Mit Hilfe der osteopathischen Untersuchung werden alle beteiligten Strukturen abgetastet und anschließend entsprechend behandelt.

Das Prinzip der Ganzheitlichkeit beinhaltet aber auch, dass nicht nur körperliche Beschwerden untersucht und behandelt werden. Das Individuum wird als Einheit aus Körper, Seele und Geist begriffen, in welcher alle Anteile im Gleichgewicht sein müssen. Kommt es z.B. zu psychischem Stress (z.B. durch Besitzerwechsel, Einzug eines zweiten Hundes oder ähnliches) kann sich dies auch negativ auf die körperliche Ebene auswirken. Alle diese Aspekte werden daher in der Untersuchung berücksichtigt und in die Behandlung mit einbezogen.

Die osteopathischen Systeme
Die drei osteopathischen Systeme umfassen
1. das parietale oder muskulo-skelettale System (Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder)
2. das viszerale System (innere Organe, deren Gefäß- und Nervenversorgung sowie deren bindegewebige Hüllen und Aufhängesysteme)
3. das kranio-sakrale System (Schädel und Gehirn; Rückenmark, Kreuzbein, sowie Hirn- und Rückenmarkshäute).
Während seit Begründung der Osteopathie durch Dr. Andrew Taylor Still bereits das Augenmerk auf Bewegungsstörungen, also Störungen im muskulo-skelettalen System, sowie auf Einschränkungen der Funktion und Beweglichkeit der inneren Organe (viszerales System) gelegt wurde, wurden die Grundlagen der kranio-sakralen Therapie erst in den 1920er Jahren entdeckt: Der Schädel bildet nicht nur die knöcherne Kapsel, in der sich das Gehirn befindet, sondern steht über das Rückenmark und die Verbindung der Hirn- und Rückenmarkshäute auch mit dem Kreuzbein in Kontakt. Fehlstellungen des Kreuzbeines können daher zu sehr weitreichenden Beeinträchtigungen des Tieres führen und auch dessen Verhalten negativ beeinflussen. Durch die kranio-sakrale Therapie werden Fehlstellungen und Spannungszustände in diesem System wieder normalisiert.

Die holistischen Systeme
Grundlage des ganzheitlichen Behandlungsprinzips sowie Grundlage der osteopathischen Systeme sind die drei holistischen oder ganzheitlichen Systeme. Diese umfassen 1. das Gefäßsystem (Blut- und Lymphgefäße) 2. das Fasziensystem (Bindegewebe, welches Muskeln, Nerven und Gefäße umgibt) 3. das Nervensystem.
Allen drei Systemen ist gemein, dass sie den Körper wie ein feines Netzwerk durchziehen und so jeden beliebigen Körperteil mit allen anderen Regionen des Körpers verbinden. Auf diese Weise wird verständlich, warum ein offensichtlich erkrankter Körperteil nicht isoliert betrachtet werden kann, da er über die drei holistischen Systeme immer auch Einfluss auf den Rest des Körpers nimmt.
Dieses Prinzip erkannte bereits Dr. Andrew Taylor Still und betonte die Bedeutung des Gefäßsystems durch die „arterielle Regel“. Für die einwandfreie Funktion eines Organs oder Gewebes ist eine optimale Durchblutung notwendig. Diese kann z.B. dann eingeschränkt sein, wenn kleine Blutgefäße durch Muskelverspannungen zusammengedrückt werden. Das Lösen solcher Verspannungen führt also nicht nur zu einer Schmerzreduktion, sondern auch zu einer verbesserten Gewebsdurchblutung, welche wiederum die Ernährung und Versorgung mit Sauerstoff auf der einen, und den Abtransport von Abbauprodukten auf der anderen Seite gewährleistet.

Zusammenhang von Struktur und Funktion

Neben dem Prinzip der Ganzheitlichkeit werden in der Osteopathie immer auch die Zusammenhänge zwischen der Struktur eines Körperteils und dessen Funktion berücksichtigt.
So bestimmt auf der einen Seite die Struktur die Funktion, indem der Aufbau eines Gelenkes aus Knochen, Knorpeln, Bändern, Sehnen und Muskeln die Struktur vorgibt, welche bestimmte Bewegungen oder Funktionen des Gelenkes ermöglichen.
Auf der anderen Seite nimmt jedoch auch die Funktion direkt Einfluss auf die Struktur: So führt beim wachsenden Hund erst der richtige Gebrauch der Muskeln bei angemessener Bewegung dazu, dass sich die Knochen in der vorgesehenen Art und Weise entwickeln und entsprechend der Belastung wachsen und sich verdichten.

Aktivierung der Selbstheilungskräfte

Der Osteotherapeut setzt bei der osteopathischen Behandlung allein seine Hände ein, um Bewegungseinschränkungen zu lösen und Fehlspannungen zu normalisieren. Er unterstützt den Patienten dadurch, dass er dessen körperliche Beweglichkeit verbessert, Spannungszustände mildert und Funktionen wie beispielsweise die Durchblutung normalisiert. Auf diese Weise können z.B. Gelenk- und Muskelschmerzen gelindert werden. Durch die Schmerzreduktion, aber auch durch einen ausgleichenden Einfluss auf das vegetative Nervensystem wird der Stresslevel des Patienten reduziert. Da Stress sich beispielsweise negativ auf das Immunsystem auswirkt, kann eine osteopathische Behandlung so auch dazu beitragen, dass der Körper selbst wieder besser in der Lage ist, auf Einflüsse von außen zu reagieren und Erkrankungen abzuwehren. Der Osteotherapeut unterstützt durch seine Behandlung also die Selbstheilungskräfte des Patienten.

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